Flötzinger

Der Flötzinger ist mit einer Engländerin, der Mary, verheiratet. Seine Kinder Ignatz-Fynn und Clara-Jane nerven ihn oft dermaßen, dass er als Oberstirnbandführer die heimatlichen Wälder durchjoggt. Oder er hat andere Weiber im Visier. Was aber schief geht. Meistens jedenfalls.

Der dorfeigene Gas-Wasser-Heizungspfuscher

„Und ich geh lieber mal mit dem Ludwig die Runde, weil’s derzeit nicht so richtig gemütlich ist, hier bei uns dabeim. Wir brauchen eins-siebenundzwanzig dafür, ...

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Der dorfeigene Gas-Wasser-Heizungspfuscher

„Und ich geh lieber mal mit dem Ludwig die Runde, weil’s derzeit nicht so richtig gemütlich ist, hier bei uns dabeim. Wir brauchen eins-siebenundzwanzig dafür, weil der Flötzinger auch grad seine Runden dreht. Wir gehen ein Stückchen gemeinsam und ratschen.

 

Und da erfahr ich, dass er morgen operiert werden soll. Sterilisiert, um genau zu sein. Vasektomie nennt sich das Ganze. Samenleiter durchtrennt auf Deutsch. Weil eben seine Mary keine Kinder mehr will. Nicht um alles auf diesem Planeten. Zwei sid eh schon eine Zumutung, hat sie gesagt. Und drum ist sie zum Arzt gegangen und hat sich dort beraten lassen. Zuerst wollte sie ja den Eingriff an sich selbst vornehmen lassen, die Mary. Das aber will der Flötzinger auf gar keinen Fall. Lieber legt er sich selbst unters Messer.

 

Auch wenn’s ihm noch so schlecht ist bei diesem Gedanken. Aber so, sagt er, ist er halt auf der sicheren Seite. Auch bei eventuellen Seitensprüngen sozusagen. Da ist praktisch Schicht im Schacht. Dann kann ihm auch keine mehr kommen mit: Ich bin überfällig und so. Spart ihm enorm Nerven, sagt er. Und seine Mary, die ist sowieso froh, dass der Kelch an ihr vorübergeht.

 

Ja, das kann man verstehen. Und so hat praktisch jeder was davon, könnte man sagen. Aber ausschauen… ausschauen tut er gar nicht gut, der Gas-Wasser-Heizungs-Pfuscher. Käsig bis zum Gehtnichtmehr. Armer Kerl. Dann wünsch ich ihm alles Gute. Und wir verabschieden uns. Er steigt in sein Auto. Zwei Aufkleber zieren die Ecken der Heckscheibe. »Ignatz Fynn on board« steht auf dem einen. »Clara-Jane on board« auf dem anderen.“

 

(Auszug aus ›Grießnockelaffäre‹)

Flötzinger

Der Flötzinger ist mit einer Engländerin, der Mary, verheiratet. Seine Kinder Ignatz-Fynn und Clara-Jane nerven ihn oft dermaßen, dass er als Oberstirnbandführer die heimatlichen Wälder durchjoggt. Oder er hat andere Weiber im Visier. Was aber schief geht. Meistens jedenfalls.

Der dorfeigene Gas-Wasser-Heizungspfuscher

„Und ich geh lieber mal mit dem Ludwig die Runde, weil’s derzeit nicht so richtig gemütlich ist, hier bei uns dabeim. Wir brauchen eins-siebenundzwanzig dafür, ...

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Der dorfeigene Gas-Wasser-Heizungspfuscher

„Und ich geh lieber mal mit dem Ludwig die Runde, weil’s derzeit nicht so richtig gemütlich ist, hier bei uns dabeim. Wir brauchen eins-siebenundzwanzig dafür, weil der Flötzinger auch grad seine Runden dreht. Wir gehen ein Stückchen gemeinsam und ratschen.

 

Und da erfahr ich, dass er morgen operiert werden soll. Sterilisiert, um genau zu sein. Vasektomie nennt sich das Ganze. Samenleiter durchtrennt auf Deutsch. Weil eben seine Mary keine Kinder mehr will. Nicht um alles auf diesem Planeten. Zwei sid eh schon eine Zumutung, hat sie gesagt. Und drum ist sie zum Arzt gegangen und hat sich dort beraten lassen. Zuerst wollte sie ja den Eingriff an sich selbst vornehmen lassen, die Mary. Das aber will der Flötzinger auf gar keinen Fall. Lieber legt er sich selbst unters Messer.

 

Auch wenn’s ihm noch so schlecht ist bei diesem Gedanken. Aber so, sagt er, ist er halt auf der sicheren Seite. Auch bei eventuellen Seitensprüngen sozusagen. Da ist praktisch Schicht im Schacht. Dann kann ihm auch keine mehr kommen mit: Ich bin überfällig und so. Spart ihm enorm Nerven, sagt er. Und seine Mary, die ist sowieso froh, dass der Kelch an ihr vorübergeht.

 

Ja, das kann man verstehen. Und so hat praktisch jeder was davon, könnte man sagen. Aber ausschauen… ausschauen tut er gar nicht gut, der Gas-Wasser-Heizungs-Pfuscher. Käsig bis zum Gehtnichtmehr. Armer Kerl. Dann wünsch ich ihm alles Gute. Und wir verabschieden uns. Er steigt in sein Auto. Zwei Aufkleber zieren die Ecken der Heckscheibe. »Ignatz Fynn on board« steht auf dem einen. »Clara-Jane on board« auf dem anderen.“

 

(Auszug aus ›Grießnockelaffäre‹)

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